Liest man die Anwohnerbeiträge auf der Website der Bürgerinitiative Sankt Georg, dann fällt es schwer, sachlich zu bleiben. Viele Beiträge schildern das Elend der Obdachlosen und Drogensüchtigen und dessen Auswirkungen auf den Alltag aller Menschen in dem Stadtteil sehr drastisch. Doch Sachlichkeit ist für die Suche nach Lösungen notwendig, da für die heterogenen Probleme vor Ort differenzierte Lösungen gefunden werden müssen. Umso mehr verwundert es, wenn die zuständige Behörde immer wieder bei den Anwohnern den Eindruck erweckt, dass mit der vollständigen Inbetriebnahme der Einrichtung Repsoldstraße 27 alles gut wird. Da die Sozialbehörde zudem bisher das Nutzungskonzept nicht veröffentlicht hat – und das fast zwei Jahre nach Kauf der Immobilie für fast 20 Millionen Euro –, ist das Vertrauen der Anwohner in den Senat stark gesunken. Viele Fragen sind bisher unbeantwortet und man erhält den Eindruck, dass die zuständige Behörde, obwohl sie stets die Bedeutung des Dialogs betont, mauert.
